Dorfbeschrieb Effingen

In sanfte Höhenzüge eingebettet, liegt am Westfusse des Bözbergs das erste Juradorf, welches den von Brugg herkommenden Besucher des Fricktales begrüsst: Effingen. Zusammen mit Bözen und Elfingen gehört Effingen noch zum Berner Aargau, welcher sich 1415 bis in diese Gegend ausgedehnt hat. Das Interesse am Durchgang vom Aare- zum Rheintal bestand aber nicht erst bei den Bernern. Schon die Römer traversierten zu ihrer Zeit von Vindonissa (Win-disch) her den Bözberg nach Augusta Raurica (dem heutigen Kaiseraugst). Der unter eidgenössischem Denkmalschutz stehende Effinger Römerweg ist noch ein Zeuge aus dieser bewegten Zeit. Vielseitige Geschichte – bekannte Namen

Die Güterregulierung wurde von 1960 bis 1980 durchgeführt. Die amtliche Parzellarvermessung konnte schon vor einiger Zeit abgeschlossen werden. Im Jahre 1974 wurde die an sonniger Lage gelegene Schulanlage «Hofacker» in Betrieb genommen. Die erstmalige Ortsplanung wurde 1976 gutgeheissen und 1983 teilrevidiert. Eine Totalrevision erfolgte 1993. Damals wurden die heute noch geltende Bau- und Nutzungsordnung, der Zonenplan, wie auch der Kultur-landplan, neu gestaltet.

Aktuelle Infrastruktur – günstige Verkehrslage

Das alte Schulhaus wurde 1979 und 1984 in ein zweckmässiges Gemeindehaus umgebaut, wodurch für die Feuerwehr und Gemeindeverwaltung den Bedürfnissen entsprechend Platz geschaffen wurde. Zusammen mit der Nachbargemeinde Zeihen und dem Kanton wurde ein modernes regionales Wasserversorgungsprojekt realisiert. Bereits in den siebziger Jahren erfolgte der Bau einer Abwasserreinigungsanlage im Verbund mit drei Nachbargemeinden. Derzeit laufen Bestrebungen für eine Modernisierung der Abwasser-Entsorgung. Eine kompakte regionale Zivilschutzanlage mit einem öffentlichen Schutzraum für 200 Personen besteht neben dem Gemeindehaus.

Vielseitige Geschichte – bekannte Namen

Effingen hat nicht nur auf eine sehr vielseitige und interessante Geschichte zu verweisen. Man trifft in diesem alten Weinbaudorf noch einige Gegebenheiten an, die man nicht überall findet. So entsprangen den Bürgergeschlechtern Effingens auch prominente Persönlichkeiten wie Johannes Herzog, welcher sich als Politiker und Mitbegründer des Kantons Aargau einen grossen Namen verdiente. Zu hohen Ehren gelangte auch General Hans Herzog (1819-1894), dessen Name in alten Büchern ebenfalls zu finden ist. Erster Ehrenbürger Effingens war kein geringerer als Heinrich Pestalozzi, welcher mit Johannes Herzog befreundet war. Pestalozzi wurde 1824 zum Effinger
Ehrenbürger ernannt. Nicht unerwähnt bleiben soll auch der erste Sekretär des Schweizerischen Bauernverbandes, Prof. Dr. Ernst Laur (1871-1964), der in Effingen zu Hause war.

Alte Tradition – der „Eierleset“

Eine Verbindung zwischen der Ge-schichte und der Neuzeit stellt der heute noch gepflegte «Eierleset» dar. Dieser uralte Frühlingsbrauch versinnbildlicht das Erwachen der Natur, den Sieg des lebensfrohen Frühlings über den abgehenden Winter. Ein lebhaftes, lärmbegleitetes und lustiges Spiel zwischen den «Grünen» und den «Dürren» (Eierleset-Figuren). Dieser stets vor einer grossen Zuschauerkulisse ausgetragene spektakuläre Anlass findet alle zwei Jahre (Jahre mit geraden Endziffern), jeweils am Weissen Sonntag, im Effinger Dorfkern statt.

Höhepunkt dieser unverfälscht wiedergegebenen Tradition bildet die «Eierpredigt», eine Schnitzelbank im Mundart-Reim, worin die «Dorfsünden» der letzten Zeit dem neu-gierigen Publikum preisgegeben werden. Der Effinger «Eierleset» hat übrigens in verschiedenen Brauchtumsschriften des In- und Auslandes Beachtung gefunden.

Starke Entwicklung in den letzten 20 Jahren

Dass die Zeit in Effingen nicht stillgestanden ist, beweisen die in den letzten Jahren erstellten zahlreichen Wohnbauten. Die Wohnlage in ländlicher, sonniger, nebelarmer Gegend mit nahe gelegenem Erholungsgebiet erfreut sich hoher Beliebtheit. Man ist auf dem Lande und eben doch nicht abseits! Die Bevölkerungszahl ist denn innert zwanzig Jahren von 400 auf rund 600 angestiegen. Dabei hat die Bevölkerungsstruktur auch eine Verjüngung erfahren. Dementsprechend war in den letzten Jahren auch die öffentliche Entwicklung von intensiver Arbeit geprägt.

Nicht vergessen werden darf, dass die Effinger Dorffeuerwehr seit 1985 mit einem eigenen Tanklöschfahrzeug ausgerüstet ist, was in Anbetracht der Weitläufigkeit der 684 ha umfassenden Gemeinde von Bedeutung ist, weist Effingen doch immerhin 44 km Wege und Strassen auf. – Als bauliches Grossprojekt wurden im Oktober 1996 die beiden 3.7 km langen Autobahntunnels der A 3 durch den Bözberg in Betrieb genommen. Nachdem 1993 der SBB Bahnhof Effingen für den Personenverkehr geschlossen wurde, bietet heute der A3 – Halbanschluss in Richtung Brugg – Baden – Zürich der Anschluss Effingens an die „weite Welt“. Um nach Basel zu gelangen, wird der Anschluss in Frick, 7 km von Effingen entfernt, benützt. Des weiteren bestehen ab Effingen Dorf gute Busverbindungen nach Brugg und Frick mit dortigen Anschlussmöglichkeiten in die Fernrichtungen.

Nebst einigen Gewerbebetrieben findet man in Effingen für den täglichen Einkauf den VOLG-Laden. Die für Effingen zuständige Poststelle befindet sich in der Nachbargemeinde Bözen.

Weitherum bekannt – die Effinger Weine

Wer Effingen hört, dem kommt zweifelsohne auch der beliebte einheimische Wein in den Sinn. Nach modernsten Gepflogenheiten wird seit 1973 wieder Weinbau betrieben. Am «Bränngarten» gedeihen der «süffige» Riesling x Sylvaner, der rote Blauburgunder sowie der Domfelder, Zweigelt, Gamaret und Gewürztraminer als Exklusivitäten.

Zu Effingen gehört auch der stattliche Fohlenhof auf dem Rugen, wo stets zwischen 65 und 80 Fohlen und Pferde beherbergt werden, welche später als Reitpferde eingesetzt werden können.

Eng mit Effingen verbunden ist das Schulheim, dessen Grundlage bis ins Jahr 1866 zurückreicht. Damals legte Elisabeth Meyer mit der nach ihr benannten Stiftung die Grundlage für das heutige Heim, welches ausschliesslich Normalbegabte, verhaltensauffällige Knaben im Schulalter beherbergt. – Seit einigen Jahren werden im familiär eingerichteten Haus des Vereins „Eichebaum“ an der Bahnhofstrasse behinderte erwachsene Menschen betreut.

Dorfkultur wird aktiv gelebt und gefördert

Letztlich ist auch Effingens aktives Vereinsleben zu erwähnen. In mehreren Dorfvereinen trifft man sich regelmässig zur Pflege vielseitiger Dorfkultur und der Kameradschaft als Ausgleich zum Berufsalltag. Eine Kulturkommission sorgt zudem für regelmässige kulturelle Anlässe, vorab in der restaurierten alten Dorf-Trotte am Strassenkreuz Bözbergstrasse / Bahnhofstrasse, einem idealen Treffpunkt für Jung und Alt.

Effingen – ein freundliches Dorf mit grosser Vergangenheit und lebhafter Gegenwart blickt hoffnungsvoll in die Zukunft!